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Der Nerd von morgen ist der Print Leser

Auf der 6. Ebook Konferenz in München hat Sascha Lobo einen sehr interessanten Vortrag gehalten.

Das Buch ist sozial

Für ihn sind Bücher sozial und er macht das am Beispiel von Lesezirkeln und anderen historischen Beispielen fest in denen das Buch im Zentrum von Interaktion und Diskussion stand. Bisher so Lobo seien Bücher nur digitalisiert worden, das eigentlich soziale am Lesen findet im E-Book noch nicht statt. An der Trennlinie Digitalität versus Digitalisierung gestaltet sich die digitale Zukunft des Lesens, die für Sascha Lobo wieder eine soziale ist, weil der digitale Leser beim Lesen sich mit anderen austauschen und interagieren kann.

Der Nerd von morgen ist der Print Leser

Folgt man Lobos Argumentation, so beeinflusst „Social“ die gesamte Wertschöpfungskette: Markt, Produktion, Kundenservice und Nutzung des Produktes. Konsequent ist für Sascha Lobo auch der Printleser der eigentliche Nerd, der sich von seiner Umwelt bewußt beim Lesen abkapseln will.
Es gilt also die Übersetzung der sozialen Funktionen des Buches ins Digitale.

„Datenbegeisterung“ ohne Grenzen

Er sieht beim User trotz NSA und PRISM Skandal eine „Datenbegeisterung“ ohne Grenzen, die auch vor der Weitergabe von Konsumdaten nicht halt macht, wenn sie nicht an jeden sondern nur an ausgewählte User stattfindet. Als Beispiel führt er eine Hotelbewertung auf holidaycheck an. Das Hotel ist von vielen Menschen sehr gut bewertet. Wenn aber so Lobo „Dein Freund Andreas das Hotel grauenvoll findet“, sind alle anderen Bewertungen nicht mehr relevant. Er schließt daraus, dass das Geschäftsmodell des Buches selbst durch social im Umbruch ist.
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Bild Sascha Lobo von: Reto Klar