Willst Du erkennen, lerne zu handeln!

Digitale Nomaden trafen sich in Berlin auf der DNX.

Am Stamstag den 04.10.2014 gaben sich digitale Nomaden und solche die es werden wollen ein Stelldichein auf der DNX in Berlin. Die DNX ist ein Projekt von Marcus Meuterer & Felicia Hargarten und fand bereits zum zweitenmal in Berlin statt. Anfänglich als Insiderveranstaltung gestartet haben sich die Besucherzahlen im Vergleich zur letzten DNX mehr als verdoppelt, was zeigt, dass mit der Veranstaltung ein Nerv in der Bloggerwelt getroffen wird. Begleitet wurde die Konferenz durch mehrere Workshops am Vortag.

Den Auftakt am Samstag bildete der Motivationsvortrag von Sebastian Canaves (http://www.off-the-path.com/de/). Mitreissend erzählte er von seinem Weg zum Unternehmer und auch von den vielen Rückschlägen die er auf dem Weg einstecken mußte. Ein Unternehmer zu sein bedeutet, mehr zu arbeiten als der „Rest“ und eine gehörige Portion Resilienz, also die Fähigkeit wie ein Stehaufmännchen auf Tiefschläge zu reagieren und immer wieder auf zu stehen. Diese Einsicht wurde im Laufe des Tages von allen Speakern immer wieder betont.

Weiter ging es mit Katja Andes von www.sunny-office.com. Katja machte mit Ihrer Idee Ihre Not zur Tugend. Sie wollte eine zeitlang im sonnigen Süden arbeiten und suchte Gleichgesinnte, die sich mit Ihr die Miete teilen und sich gegenseitig inspirieren. Letzteres ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Jeder Neu-Unternehmer hat das Problem, dass sein neues Umfeld mit dem alten als Arbeitnehmer immer weniger kompatibel ist und es wichtig ist sich mit Menschen aus zu tauschen, denen es ähnlich geht. Nicht zuletzt um Phasen der Angst und des Aufgeben Wollens zu überwinden, um weiter am „Thema“ zu arbeiten.

Spannend ging es mit Ehrenfried Conta-Gromberg (http://www.smartbusinessconcepts.de) weiter. Ehrenfried hat vor ein paar Wochen erfolgreich zusammen mit seiner Frau das Buchprojekt „Solopreneur“ gestartet und ist damit direkt in die Top 100 bei Amazon durchgestartet. In seinem Vortrag klassifiziert er die verschiedenen Typen von Solopreneuren und führt zahlreiche Praxisbeispiele für jeden einzelnen Typus an.

Als Stratege gefällt mir diese Herangehensweise natürlich sehr gut. Faszinierend auch der Gedanke, dass der „Solopreneur“ im tradierten Muster von Unternehmenstypen Konzerne, Mittelstand, Selbstständige und Gewerbetreibende irgendwo zwischen Mittelstand und Selbstständigen angesiedelt ist. Der Solopreneur zeichne sich eben genau dadurch aus, dass er an seinem Produkt und nicht für andere und in der Regel alleine (oder als Paar) und damit ortsungebunden arbeitet.

Er grenzt sich so vom selbstständigen Unternehmer und den mittelständischen Unternehmen bzw. Startups ab, die für Ihren Geschäftserfolg ein Team benötigen. Dadurch wird ein ortsunabhängiges Arbeiten unmöglich bzw. sehr schwer. Ein Solopreneur denkt in Komponenten und organisiert sich verschiedene Ressourcen on Demand. Dann wenn es nötig ist. Diesem neuen Typus von Unternehmer gehöre, so Ehrenfried die Zukunft. Er ist allerdings in der Wahrnehmung der breiten Masse (noch) nicht angekommen.

Er wird deshalb nicht verstanden. Er hat keine Lobby. Hört sich lapidar an, bedeutet aber für den betroffenen Menschen eine Menge Negativerfahrung: Er wird oft ausgegrenzt, belächelt und mit Spott beworfen. Hier im wahrsten Sinne des Wortes standhaft zu bleiben ist Kunst und Herausforderung zu gleich.

Thomas Jankel berichtete von seinen Erfahrungen auf seinem Weg zum Lifestyle Business, bevor es in die Pause ging.

Conni Biesalski von Planet Backpack hatte die undankbare Aufgabe die Teilnehmer nach der Mittagspause wieder auf Level zu bringen, was Ihr auf unterhaltsame Weise sehr gut gelang. Auch Sie betonte wie die Redner zuvor, die Wichtigkeit des Anfangens.

Ob bewußt oder unbewusst folgt sie damit dem Imperativ von Heinz von Foerster, dem Mitbegründer der Kybernetik. Sein Imperativ lautet: „Willst Du erkennen, lerne zu handeln!“

Johannes Völkner rückte danach einige Illusionen zum Thema Arbeiten am Strand gerade, bevor Robin Pratap am Beispiel http://www.asanayoga.de wertvolle Praxistipps gab, wie sich jeder mit „Bordmitteln“ einen sehr professionellen Shop aufbauen kann. Mir hat insbesondere seine Herangehensweise gefallen, über Google Trends einen Markttrend auszumachen (in seinem Fall Yoga) und über Similar Web http://www.similarweb.com eine Konkurrenzanalyse durch zu führen, bevor er mit einer Kombination aus WordPress und WooCommerce seinen Shop für Yogamatten eröffnete.

Ben Paul Gründer von Anti-Uni http://anti-uni.com berichtete von seinen ersten Erfahrungen als Berufseinsteiger und zeigte alternative Karrierepfade abseits des „normalen“ Weges auf.

Eine Podiumsdiskussion bildete den Abschluss des Tages zumindest im Babylon in Berlin Mitte, bevor es zur Abendveranstaltung ging. Wegen meines Rückfluges nach Stuttgart, konnte ich diese leider nicht mehr mitnehmen. Aber der Tag brachte mir neben Motivation, dem Wiedersehen alter und dem Kennenlernen neuer Menschen viele Einsichten und: Es hat Spaß gemacht!